Stadtpfarrkantorei Bruck/Mur

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Kirchenmusik am Wiener Hof

Von 6. - 8. April 2009 wurde in der Stadtpfarrkirche Bruck unter der Regie von Henning Bosbach sowie Heinz-Dieter Sibitz (musikalischer Aufnahmeleiter) die CD "Kirchenmusik am Wiener Hof" aufgenommen. Die CD wurde am 15. Oktober 2009 im Rahmen von Haydns "Schöpfung" präsentiert und ist ab diesem Zeitpunkt im Stadtmarketingbüro Bruck, im Pfarramt Bruck sowie bei allen Chormitgliedern zum Preis von € 12,- erhältlich. Sie können die CD auch Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. per eMail bestellen.

Kirchenmusik am Wiener Hof

Barbara Fink, Sopran
Jakob Huppmann, Altus
Matthias Köck, Tenor
Gerd Kenda, Bass

Ein Orchester auf historischen Intrumenten:
1. Violine: Bernadette Schmutz, 2. Violine: Eva Lenger
Violoncello: Georg Kroneis, Violone: Herbert Lang
Altposaune: Martin Lueger, Tenorposaune: Stefan Fasching
Orgel: Krisztina Gabor
Stadtpfarrkantorei Bruck/Mur

Kirchenmusik am Wiener Hof

Die Werke:
Die Toccata FbWV 102 des Hoforganisten Johann Jacob Froberger stammt aus dessen "Libro Secondo", das 1649 vollendet wurde. Von diesem Buch liegt eine Abschrift vor, die wahrscheinlich für Kaiser Ferdinand III. angefertigt wurde. Frobergers im Stylus Phantasticus gehaltene Toccaten zeichnen sich durch ein aus der Improvisationspraxis abgeleitetes, dramatisch anmutendes Spiel aus, bei dem kurze, sehr unterschiedliche Abschnitte auf originelle Weise miteinander verknüpft werden. Vor allem die freieren, improvisatorischen Passagen sind in einer bemerkenswert farbigen, bisweilen stark dissonanten Harmonik ausgeführt.

Die Missa Purificationis wurde von Hofkapellmeister Johann Joseph Fux für das Fest Mariä Reinigung (Lichtmess) komponiert und ist ein typisches Beispiel für die Kirchenmusik am Wiener Hof. Solistenteile wechseln mit Chorabschnitten; im Tutti werden Alt und Tenor durch Posaunen verstärkt. Die aus 4 Sätzen bestehende eucharistische Motette Salve Salus Mundi ist möglicherweise ein Fragment eines größeren Werkes. Die kunstvolle Psalmvertonung Laudate Dominum verwendet gleich zu Beginn den 8. Psalmton im Tenor. Auch im "Sicut erat" wird der gregorianische Ton, vom Sopran gesungen, kunstvoll in den Satz verwoben. Ein Musterbeispiel des großen Meisters des Kontrapunktes Johann Joseph Fux, dessen musiktheoretische Schrift "Gradus ad Parnassum" bis ins 20 Jh. im Kompositionsunterricht Verwendung fand.

Die Toccata XII aus dem Apparatus musico-organisticus (1690) von Georg Muffat ist Kaiser Leopold I. gewidmet. Muffat sah diese Sammlung von Orgelwerken in der Tradition der Werke von Girolamo Frescobaldi stehend, weist aber in seinem Vorwort darauf hin, dass sich der Kompositionsstil seither ziemlich verändert hat.

Der Titel der Missa Dominicalis von Antonio Caldara weist auf eine Verwendung an gewöhnlichen Sonntagen hin. Auch diese Messe ist stilistisch typisch für die Wr. Hofkapelle. Von dieser Messe liegen uns Aufführungsmaterialien der Neuklosterbibliothek Wr. Neustadt aus dem 18. Jh. vor. Herr Walter Sengstschmid hat 1982 die Stimmen spartiert und den Generalbass ausgesetzt. Wir danken ihm, dass wir dieses Material verwenden durften. Wir halten uns exakt an das Wr. Neustädter Notenmaterial und weichen nur dort ab, wo uns die Textaufteilung unlogisch erschien. Weiters verzichten wir auf 2 Hornstimmen, die ungewöhnlich für diesen Messtypus sind. Da der Eintrag "Corni" auf dem Deckblatt des Wr. Neustädter Aufführungsmaterials später ergänzt erscheint, nehmen wir an, dass die Hornstimmen nicht von Caldara stammen. Anstelle der nicht berücksichtigten Hornstimmen entschieden wir uns, gemäß der historischen Aufführungspraxis, Alt- und Tenorposaune mit dem Chor bei den Tutti-Stellen Colla Parte gehen zu lassen.



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