Stadtpfarrkantorei Bruck/Mur

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Orgeln in Bruck an der Mur


Die Stadtpfarrkirche Mariae Geburt

Die Stadtpfarrkirche Mariae Geburt ist eine im Kern romanische Kirche, die bei der Neuanlage der Stadt im 13. Jh. erstmals gotisch erweitert wurde. Erst Ende des 15. Jh. wurde sie offiziell zur Stadtpfarrkirche erklärt. Organisten sind bereits im Mittelalter nachweisbar.

Die Große Orgel
ist ein Werk von Johann Pirchner aus dem Jahr 1983 und ist mit 2 Manualen und Pedal mit 28 Registern im neobarocken Stil ausgeführt. Der Großteil des Gehäuses geht auf Mathias Krainz 1813 zurück. Damals waren die beiden großen Kästen seitenverkehrt aufgestellt.

Das Orgelpositiv
stammt aus der 1718 errichteten Kalvarienbergkirche, die seit einigen Jahrzehnten leider verfällt. Die Orgel enthält 5 Register von Andreas Schwarz 1725. Zwei bemalte Flügeltüren sind erhalten, drei Register sind vollständig original erhalten. Der Prinzipal 2' wurde von der Fa. Krenn 1974 mit neuen Pfeifen ausgestattet. Die zweichörige Mixtur weist ca. 50% originales Pfeifenmaterial auf.




Foto: Wim van der Kallen

Die Minoritenkirche Maria im Walde

Die Minoritenkirche ist eine Ende des 13. Jh. an der Südflanke der Stadtmauer errichtete Bettelordenskirche. Der Konvent wurde im 18. Jh. von Joseph II. aufgehoben. Anschließend wurde das Gotteshaus Garnisonskirche, nach dem Ende der K.u.K. Monarchie Filialkirche. Seit 2005 finden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr statt. Mit der Gründung eines Kuratoriums zur Erhaltung der Kirche wird die Kirche häufiger geöffnet, um Passanten die Möglichkeit zur Andacht zu geben. Zudem finden regelmäßig Konzerte und Ausstellungen statt.

Die Orgel in der Minoritenkirche (11 Register auf 1 Manual und Pedal) ist ein Musterbeispiel des steirischen Barockorgelbaus mit seitlicher Spieltafel und Flügeltüren. Sie wurde 1730 von Johann Georg Mitterreiter erbaut, vorbildlich restauriert von Ferdinand Salomon im Jahr 2006. Die nicht mehr erhaltenen Register Copula major und Copula minor wurden nach dem Vorbild der Schwesternorgel in Hirschegg auf der Pack rekonstruiert.




Die Nikolauskirche im Ortsteil Pischk

Die großteils romanische Kirche ist dem hl. Nikolaus (dem Patron der Flößer und Schifffahrer) geweiht und hatte sogar das Friedhofsrecht - daher besitzt das Kirchlein Reste einer Friedhofsmauer die sonst nur bei Pfarrkirchen zu finden ist. In den letzten Jahrhunderten hat sich vor allem die Pischker Bauernschaft um den Erhalt der Kirche verdient gemacht.


Foto: Wim van der Kallen

Vom 16. bis zum 18. Jh. waren Orgelbauer in Bruck tätig. Eines der letzten erhaltenen Instrumente dieser Brucker Meister befindet sich in der Nikolauskirche und ist damit eines der ältesten in der Steiermark. Das Instrument mit 4 Registern kann mit 1668 datiert und Rudolf Raboldt zugeschrieben werden. Ehe die Orgel 2003 von der Schweizer Firma Felsberg restauriert wurde, war sie zuvor 100 Jahre unspielbar gewesen und nur durch glückliche Umstände - wenn auch in einem katastrophalen Zustand - in der Kirche verblieben. Mit diesem aus dem Dornröschenschlaf wachgeküssten Schatz erfuhr auch die Nikolauskirche eine Belebung, sodass nun jeden 1. Dienstag im Monat gut besuchte Messen gefeiert werden.




Foto: Wim van der Kallen

Die Ruprechtskirche

Die frühere Stadtpfarrkirche befindet sich im Bereich der römischen Siedlung Poedicum. Das Patrozinium weist auf eine Gründung im 9. Jh. durch das Erzbistum Salzburg hin. Heute findet sie vor allem als Friedhofskirche Verwendung und beherbergt die einzige Glocke in Bruck, die der Einschmelzung für Rüstungszwecke in den Weltkriegen entgangen ist: die gotische Glocke aus der Minoritenkirche. Im Kern ist diese Kirche romanisch, das zweite Schiff wurde Anfang des 15. Jh. angebaut.

Die Orgel mit 5 Registern wurde im 17. oder 18. Jh. erbaut. Leider hat sie bei unglücklichen Restaurierungen im 20. Jh. vermutlich das gesamte originale Pfeifenmaterial verloren.

 




Die Georgskirche

Diese zum Pögelhof gehörende Kapelle befindet sich in Privatbesitz.

Von einer im 19. Jh. gebraucht gekauften Orgel überstand nur das Fragment einer Holzpfeife den 2. Weltkrieg . Das heute verwendete Orgelportativ mit 4 Registern auf 4'-Basis stammt aus der St. Martinskirche (aufgelassene Bürgerspitalskirche) und dürfte um 1700 erbaut worden sein.


Foto: Wim van der Kallen